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Freiwillige Feuerwehr Neukirchen beim Heiligen Blut/Lkr. Cham - NOTRUF 112

Segnung der neuen Drehleiter mit Hallenfest

Feuerwehrleute leisten Großartiges, sind rund um die Uhr einsatzbereit, wenn die Sirenen ertönen und benötigen deshalb auch das entsprechende Equipment. Bei der Feuerwehr Neukirchen b. Hl. Blut gehört zum essentiellen Bestandteil des Fuhrparks die kürzlich erworbene Drehleiter DLK 23/12, die am Sonntag den kirchlichen Segen erhielt. FFW Vorsitzender Peter Staudacher entbot beim Feuerwehrzentrum am Hungerbühl den Ehrengästen und zahlreichen Besuchern die Willkommensgrüße. Er ging zu Beginn auf den Erwerb der Magirus-Drehleiter ein, die zuvor 20 Jahre bei der Berufsfeuerwehr Nürnberg zuverlässig ihren Dienst geleistet hat. „Die Gelegenheit zum Kauf dieses Fahrzeugs ergab sich kurzfristig. Deshalb gehörte die Zustimmung zum Erwerb beinahe noch zu den letzten Amtshandlungen unseres bisherigen Bürgermeisters Markus Müller. Wenige Tage später wurde der Kaufvertrag schließlich von Bürgermeister Dr. Johannes Müller unterzeichnet“ erläuterte Staudacher die Situation. Da auch der Marktgemeinderat dem Kauf unisono zugestimmt hat, bedankte sich der Vorsitzende im Namen der Feuerwehr und der Bevölkerung ganz herzlich bei allen Verantwortlichen. Aufgrund vieler ehrenamtlicher Arbeitsstunden der Feuerwehrdienstleistenden und der großartigen Unterstützung der Lackiererei Anton Feigl verwandelten sie das optisch unattraktive Fahrzeug in ein echtes Schmuckstück, an dessen Kaufpreis von 45.000 Euro sich die Feuerwehr mit 10.000 Euro aus der Vereinskasse beteiligt hat. Ein Zuschuss des Landkreises Cham lässt die Finanzierung trotz knapper Kassen gut stemmen. Der FFW-Vorsitzende dankte allen Helfern, die mit ihrem Einsatz die Segnung und das Hallenfest vorbereitet und ermöglicht haben. 1. Kommandant Alois Reimer ging an diesem besonderen Tag auf das Warum und die technischen Details dieser Ersatzbeschaffung ein, die in einem Top-Zustand den Drehleiterstandort für die nächsten 15 Jahre sichern kann. Mit dem 33 Jahre alten Vorgängermodell wurden in der FFW Neukirchen 119 Einsätze gefahren und sieben Menschenleben gerettet. Allein diese Tatsache ist es wert, ein solches Rettungsmittel in Neukirchen zu stellen. Mit Unterstützung durch die Fachkompetenz und Expertise von Albert Schiegl sowie Hans Kling und der Vorarbeit der Neukirchner Feuerwehr-Führung fiel die Entscheidung zum Kauf der gebrauchten DLK 23/12 zur Personenrettung und Brandbekämpfung oder als zweiten Rettungsweg. Reimers Dank galt der Feuerwehrführung auf Landkreisebene für die Unterstützung in jeglicher Hinsicht, seinem Vorgänger, dem Bauhof und der aktiven Mannschaft für die prompte Erledigung der anfallenden Instandhaltungsarbeiten an der Drehleiter. 3. Bürgermeisterin Resi Prechtl hieß die FFW-Mitglieder und Festbesucher im Namen der Marktgemeinde herzlich willkommen und schlug in dieselbe Kerbe wie ihr Vorredner: Dass sich sowohl der Fahrzeugbestand als auch das Feuerwehrzentrum in gepflegtem Top-Zustand präsentieren, ist dem Fleiß und Zusammenhalt aller Floriansjünger zu verdanken. Sie eruierte anhand des Jahres-Berichts 2025, dass die aktiven Kameraden über 6.000 Einsatzstunden leisteten, und als Ehrenamtliche ihre Freizeit opfern, um den Mitmenschen in Not zu Helfen. Dass nahezu 40 % der Einsätze in den Nachtstunden anfallen, bedarf besonderer Anerkennung und ehrender Worte für die Feuerwehrleute. Kreisbrandinspektor Mario Bierl warf einen Blick in die Historie der Neukirchner Feuerwehr, als Werner Bartl die erste Drehleiter anschaffte. In Kooperation mit dem Drehleiterspezialisten Albert Schiegl wurden bedarfsbedingt immer größere erworben, die stets die Zustimmung des Marktrats und der Bürgermeister erfuhren. Die Drehleitern in den Farben rot-gelb der FFW Neukirchen haben sich oft bewährt bei verschiedenen Einsätzen im Hohenbogenwinkel und dem gesamten Inspektionsbereich. Mögen sich viele Kameraden auf der Drehleiter ausbilden lassen: die Voraussetzungen mit einer aktiven Mannschaft sind gut und für die Zukunft mit einer Top-Jugend- und Kinderfeuerwehr bestens. KBI Bierl überbrachte die Grüße des Kreisfeuerwehrverbandes Cham und überreichte an Kommandant Reimer eine Christophorus-Medaille. Landrat Christian Schindler ging eingangs der Frage nach, weshalb Feuerwehrfahrzeuge gesegnet werden. Er kam zu dem Ergebnis, dass nicht Motor oder Anschaffungskosten eine Segnung rechtfertigen. Feuerwehrleute wissen, das Wichtigste sitzt im Fahrzeug – die Kameraden, die den wertvollen Dienst Tag und Nacht leisten für die Menschen, die Gesellschaft und die Gemeinschaft. Deshalb war es für Landrat Schindler ein Selbstverständnis die Zusage für eine Förderung des Landkreises zu geben. Mit einem Augenzwinkern stellte er fest, dass das Baujahr der vorigen DLK seinem Geburtsjahr entspricht. Nun ist es ein schöner Spagat, der alten Drehleiter adieu zu sagen und die neue auf den Weg zu schicken. Der Landkreischef befasste sich mit der eindrucksvollen Geschichte der FFW Neukirchen, die zeigt, dass stets vorausschauend gedacht wurde. Daher ist diese Fahrzeugsegnung weit mehr als eine Neuan-schaffung – sie ist der nächste konsequente Schritt einer Erfolgsgeschichte. Wichtig ist eine leistungsfähige Feuer-wehr, die bei Bränden oder Hochwasserkatastrophen helfen kann. Das Rettungszentrum zeigt wie eng Feuerwehr und Bergwacht zusammenarbeiten und so Kameradschaft gelebt wird. Um einer alten Tradition nachzukommen, überreichte der Landrat einen Rosenkranz für das neue Fahrzeug an FFW-Vorstand Peter Staudacher und wünschte allzeit gute Fahrt und Gottes Segen. Damit spannte er den Bogen vom weltlichen zum geistlichen Teil der Feierstunde. Pfarrer Dr. Augustinus Kozdra stellte das berühmte Zitat von Schelling „Freiheit ist unser und der Gottheit Höchstes“ an den Anfang und setzte damit Impulse zum Nachdenken. Dieser Satz bringt auf den Punkt, dass Freiheit kein bloß menschliches Attribut ist, sondern das absolute Prinzip und der Ursprung aller Dinge, über das nichts Höheres gedacht werden kann. Er betont damit, dass Gott und die Welt untrennbar mit dem Willen zur Freiheit verbunden sind. „Wir spüren diese Freiheit im Herzen, sind freie Menschen und wollen im freien Land leben und unsere Freiheit auskosten“, verdeutlichte der Seelsorger den Sinn. Gut und schön, wenn die Freiheit nicht von außen bedroht wird, was in der Welt und in der Kirche des Öfteren passiert. Wenn unsere äußere und innere Freiheit gefährdet wird, brauchen wir Soldaten. Wenn unsere Natur nicht mitmacht, dann brauchen wir Menschen wie Sie, dass sie unser Leben schützen. Deshalb gibt es die Freiwillige Feuerwehr. Dies bedeutet, freiwillig mein Leben in den Dienst zum Schutz des Nächsten zu stellen. „Das ist ein Riesenverdienst an der menschlichen Freiheit. Euer Dienst ist nicht bezahlt – aber unbezahlbar“ gab Pfarrer Augustinus zu bedenken. Dann segnete er das neu erworbene Hubrettungsfahrzeug sowie die Kameraden, die es als Werkzeug zum Schutz der Menschen nutzen. Natürlich durfte eine „Höhentour“ von Landrat Christian Schindler und 3. Bürgermeisterin Resi Prechtl begleitet vom stellvertretenden Kommandanten Markus Bachl im Rettungskorb der Drehleiter nicht fehlen. Hierbei genoss das Trio nicht nur die herrliche Aussicht über den Wallfahrtsort, sondern erhaschte auch einen Blick auf die zahlreichen Gäste, für deren leibliches Wohl beim Hallenfest auf dem Gelände des Feuerwehrzentrums bestens gesorgt war. Der Nachwuchs vergnügte sich bei strahlendem Sonnenschein in der Hüpfburg oder beim Kinderschminken.