Bernhard Bachl und Markus Müller werden Ehrenmitglied
"Ehrenamt ist Herzenssache“ – so lebte der große Ehrenabend der FFW Neukirchen b. Hl. Blut für die Helden in Uniform von Dankesworten, Emotionen sowie Aufzeichnungen und gipfelte in der Ernennung von zwei Ehrenmitgliedern. „Es gibt Abende an denen man nicht über Einsätze, Fahrzeuge oder Zahlen spricht, und an denen es nicht um Technik oder Organisation geht. Heute stehen Menschen im Mittelpunkt, die über viele Jahre hinweg Verantwortung übernommen haben. Nicht weil es erwartet wurde, sondern weil es selbstverständlich für sie war“ eröffnete FFW-Vorsitzender Peter Staudacher die feierliche Veranstaltung, zu der er zahlreiche Ehrengäste im voll besetzten Katharinensaal begrüßte. In Anwesenheit der Feuerwehrführungskräfte auf Landkreis- und Inspektionsebene sowie von Albert Schiegl, dem ehemaligen Ausbilder an der Staatl. Feuerwehrschule Regensburg, wurden Bernhard Bachl und Markus Müller offiziell zum ‚Ehrenmitglied‘ ernannt. Es ist die höchste Auszeichnung, die der Feuerwehr-Verein vergeben kann. Dies ist kein Titel für einen bestimmten Abschnitt oder eine Einzelaktion, sondern ein Dank für ein ganzes Stück gelebtes Feuerwehrleben.

In seiner Laudatio würdigte Staudacher die langjährige Mitgliedschaft von Bernhard Bachl seit dem 30. Juli 1984, der das Feuerwehrwesen auf Heimatebene wie kaum ein anderer repräsentiert und der nach dem EDA-Prinzip schon immer fast selbstverständlich „eh da“ ist. Er war mittendrin bei Einsätzen, Übungen, Lehrgängen, Festen, Baumaßnahmen und Vereinsveranstaltungen. Im Einsatzwesen war er geprägt von einer ruhigen, besonnenen und fachlich fundierten Art: kein lautes Auftreten, aber immer klar, zielorientiert und im Team – allein seine Anwesenheit vermittelte Zuversicht. Bernhard war nicht nur Einsatzmann, er war Gestalter, der unzählige Stunden in die zukunftsorientierte Weiterentwicklung der FFW investiert hat. Während seiner Zeit als Kommandant brachte er mit Weitblick, Ausdauer und Verantwortungsgefühl bedeutende Projekte auf den Weg. Beeindruckend seine Führungsfunktionen Gerätewart, stellvertretender Leiter Atemschutz, Verwaltungsrat, Gruppenführer, Zugführer, stellvertretender Kommandant, 1. Kommandant von 2019 bis 2025. Doch wichtiger als alle Ämter war ihm stets die Kameradschaft, der Kontakt zur eigenen Mannschaft, die Zusammenarbeit mit den Nachbarwehren und das Miteinander. Er gab sein Wissen weiter und zeigte den jungen Kameraden auf Augenhöhe wie Feuerwehr funktioniert und was sie bedeutet: Zuverlässigkeit, Verantwortung, Höflichkeit, Engagement und füreinander da sein. Mit ihm wurde das 150-jährige Gründungsfest 2017 zu einem vollen Erfolg, wobei er seine Ehefrau Ulrike als Festmutter unterstützte, die bei Veranstaltungen und als Betreuerin in der Kinderfeuerwehr aktiv ist. „Wenn Bernhard Bachl für die ruhige verlässliche Kraft im Inneren der Feuerwehr steht, dann steht der zweite Geehrte für etwas ebenso Wichtiges: für Verantwortung auf vielen Ebenen innerhalb der Wehr und weit darüber hinaus“ spannte der Vorsitzende den Bogen zu Markus Müller, dessen Weg in der Feuerwehr 1986 begann. Ob als Atemschutzträger, Maschinist, Einsatzleiter oder Festleiter war Markus immer dort, wo er gebraucht wurde. Als stellvertretender Kommandant prägte er zwölf Jahre lang das Einsatzgeschehen mit. Mit seinem Scharfsinn und der Affinität zur effizienten Problemlösung hatte er immer eine schnelle Antwort auf jedes Einsatzszenario. Er legte stets Wert auf Ausbildung, denn eine Feuerwehr ist nur so stark wie die Menschen, die sie tragen. Auch auf Inspektionsebene hat Markus als Ausbilder Wissen weitergegeben und Generationen von Feuerwehrleuten geprägt. Er übernahm seit 1993 Verantwortung in der Vorstandschaft und bekleidete mehrmals bei Festlichkeiten souverän das Amt des Festleiters oder Schirmherrn. Seine Verbundenheit zur Feuerwehr lebte auch als ehrenamtlicher Erster Bürgermeister konsequent weiter, weshalb ihm eine zeitgemäße Ausstattung ein persönliches Anliegen war. Drehleiter, GW-L1, UTV, MTW, neue Schutzanzüge, moderne Funktechnik, Erweiterung der Stellplätze – es gab kaum einen Wunsch, der nicht unterstützt wurde. Diese Entscheidungen, die Vertrauen voraussetzten, waren nicht immer einfach zumal Polit-Teufel und Feuerwehr-Engel gekämpft haben. Wohl in dem Bewusstsein, dass Verlass ist auf diese Wehr und sie in jeder Situation ihren Mann steht. Auch Markus‘ Weg wäre ohne den Rückhalt seiner Ehefrau Marion nicht möglich gewesen, die trotz der vielen Verpflichtungen hinter ihm stand. Markus Müller hat seine Heimatfeuerwehr begleitet und geprägt als Feuerwehrmann, Ausbilder, Führungs-kraft und Bürgermeister. Mit der Ernennung zu Ehrenmitgliedern der FFW Neukirchen b. Hl. Blut e.V. wurden nicht nur die Lebensläufe von Bachl und Müller geehrt. „Wir ehren heute Haltung, Verlässlichkeit und jahrzehntelanges selbstloses Engagement für unsere Gemeinschaft. Ihr habt Spuren hinterlassen – in unserer Feuerwehr, in unserem Ort und bei den Menschen, die mit euch Dienst getan haben. Deshalb seid ihr heute dort angekommen, wo Dank und Anerkennung keine Beförderung mehr brauchen. Sondern Erinnerung, Respekt und bleibende Wertschätzung“ fasste Staudacher zusammen, ehe er gerahmte Urkunden an die zwei neuen Ehrenmitglieder und Blumen an deren Ehefrauen überreichte. Die beiden Geehrten zeigten sich emotional außerordentlich berührt, aber auch stolz und dankbar für diese besondere Auszeichnung im Doppelpack, die sie im Beisein zahlreicher Vertreter der Feuerwehr entgegennehmen durften. Eine weitere Ehrung betraf alle Feuerwehrleute, denn auch die FFW Neukirchen lebt nicht von Einzelnen allein, konstatierte Staudacher: Sie lebt von einer Gemeinschaft von Frauen und Männern, die da sind, wenn andere schlafen; die kommen, wenn es brennt; die helfen, organisieren, vorbereiten und oft einfach machen - ohne viel Aufhebens darum. Der unermüdliche Einsatz unserer ehrenamtlichen Helfer ist das Fundament auf dem all das steht, was wir heute als selbstverständlich erleben. Und deshalb galt dieser Abend ganz bewusst auch allen Feuerwehrleuten. „Schreibt es euch in eure Lebens-DNA, seid stolz auf diese Leistungen und bevor Petrus an der Himmelspforte im Jenseits euch begrüßt, sagt ihm: ich war bei der Feuerwehr Neukirchen b. Hl. Blut!“ scherzte der Vorsitzende, der als kleines Zeichen der Wertschätzung für ein großes Engagement zum Abendessen einlud.

In seinem Grußwort unterstrich Kreisbrandrat Michael Stahl die Bedeutung der Kameradschaftspflege und die Anerkennung für langjähriges Engagement, das einen unverzichtbaren Beitrag für unser Miteinander darstellt. Es ist nicht immer selbstverständlich, dass eine Nachfolgegeneration die Leistungen von Kameraden, Freunden und Mitstreitern würdigt und diesen Schritt der Ehrung wagt, der wichtig und richtig sei. „Gerade im Haus zur Aussaat wurde an diesem Abend der Dank der Feuerwehr und der Gesellschaft ausgesät“ wandte sich der KBR an die zwei neugekürten Ehrenmitglieder, mit denen er in ihrer Funktion als Kommandant und Bürgermeister auch ein Stück ihres Weges in der Feuerwehr verbunden war. Dass Markus Müller Vizelandrat und Feuerwehrler war, ermöglichte ein Agieren auf Augenhöhe, konstatierte Stahl seine Erfahrungen im Feuerwehrwesen und fügte an: Wenn man in Neukirchen b. Hl. Blut den Markt oder die Feuerwehr anschaut, dann habt ihr die Gold-Card gezogen! Bezüglich der großen Katastrophenschutzübung „Heißer Bogen 2023“ haben sich Gemeinde und Feuerwehr ein Denkmal gesetzt. Mit diesem Ehrenabend konnten die Organisatoren den ehrlich gemeinten Dank an die Kameraden gut umsetzen. Peter Staudacher kommentierte eine „Zeitreise in Bildern“ zum 100-jährigen Gründungsfest 1967, der Einweihung des Feuerwehrzentrums mit Bergwachteinsatzzentrale 1995 sowie das 150-jährige Gründungsfest 2017 und zeigte ein dazugehöriges Video. Bei erfrischenden Cocktails, Kaffee und leckeren Kuchen fleißiger Feuerwehrfrauen klang diese mustergültige Veranstaltung zu späterer Stunde aus.
Pressetext: Helga Brandl
Fotos: Helga Brandl, Peter Staudacher, Sandra Meindl