Freiwillige  Feuerwehr  Neukirchen  beim  Heiligen  Blut  /  Lkr.  Cham       N O T R U F  1 1 2

Feuerwehr-Großübung im Okula-Werk (CZ)

Aufsehen errregte am Freitag den 12.04.2019 in der Stadt Neuern (Nyrsko) ein Großaufgebot an Feuerwehrkräften. Hintergrund war eine Löschübung mit internationaler Beteiligung auf dem Firmengelände des Okula-Werkes. Neben der Feuerwehr Neukirchen b. Hl. Blut beteiligten sich die Berufsfeuerwehr Klattau, Feuerwehren aus Nyrsko, Janovice, Strazov, Pocinovice, Beharov, Bystrice und Zelena Lhota.



Auf Einladung der Feuerwehr Neuern - mit der man bereits eine jahrelange Partnerschaft pflegt - wurde die Neukirchener Wehr um 17.15 Uhr mit der Drehleiter und dem Tanklöschfahrzeug zur Übung „alarmiert“. Angenommenes Brandobjekt war eine Verwaltungs- und Produktionshalle auf dem großflächigem Firmenareal. Das Okulawerk ist mit seinen rund 400 Mitarbeitern und einem Umsatzerlös von knapp 23 Mio. Euro auf dem europäischen Markt ein wichtiger Hersteller von Plastikteilen für die Elektro-, Automobil- und Pharmaziebranche. Seit 1895 ist die Firma damit einer der größten Arbeitgeber im Kreis Klattau und wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Neukirchener Partnerstadt Neuern. Während die Produktion in den Nebenhallen weiterlief trafen auf dem Bereitstellungsplatz nacheinander die Feuerwehren der Region ein und wurden unter der Einsatzleitung von Martin Kopecký den Aufgaben zugewiesen. Für die Neukirchener Abordnung unter der Führung von Kommandant Werner Bartl galt es, mittels Brandbekämpfung über die Drehleiter den südlichen Flügel der Produktionshalle zu schützen. Gleichzeitig wurde unter Atemschutz über eine vorhandene Steigleitung die Bekämpfung vom Hallendach unterstützt. Die böhmischen Großtanklöschfahrzeuge speisten dazu im Pendelverkehr die Neukirchener Fahrzeuge mit Wasser aus dem Fluss Uhlava welchem unter anderem der in Rittsteig entspringenden Angelbach zufließt. Die tschechischen Feuerwehrkräfte hatten zudem die Aufgabe, vermisste Personen aus dem Gebäude zu retten und über ein Gelenkmastfahrzeug das östliche Gelände zu schützen. Dabei wurden den Atemschutzträgern einiges abverlangt. Da der vierte Stock des Gebäudes nicht mit einem Hubrettungsfahrzeug erreicht werden konnte, mussten die 90 kg schweren Übungsdummies durchs Treppenhaus geschleppt werden. Kritisch beobachtet wurde der realitätsnahe Ablauf durch den Chef der Feuerwehrregion Klattau, Herrn Miroslav Marek welcher in der anschließenden Übungsbesprechung Resümee zog. Er stellte fest, dass die internationale Zusammenarbeit bestens funktioniert und die Neukirchener mit einer Anfahrtszeit von rund 15 Minuten durchaus als wichtige Einheit zukünftig anzusehen sind. Werner Bartl unterstrich gegenüber den Beteiligten das gute Gelingen und übermittelte Grüße der verhinderten bayerischen Führungskräfte KBR Michael Stahl und KBI Mario Bierl. Mit der grenzüberschreitenden Vereinbarung zur gegenseitigen Unterstützung in Unglücksfällen sei die Basis für eine gemeinsame Feuerwehrzukunft im Grenzgürtel Bayern-Böhmen geschaffen. Dank richtete Bartl auch an den Feuerwehrdolmetscher Petr Jagercik welcher half, die leider noch immer vorhandene Sprachbarriere zu überwinden. Gleichzeitig stellte man aber auch fest, dass mit ein paar Handzeichen z. B. der Fahrzeugmaschinist schnell versteht was seine Aufgabe ist. Den in der Sache geht es dies und jenseits der Grenze natürlich um dasselbe bei den Feuerwehren: retten - löschen - bergen - schützen. In diesem Sinne verabschiedete man sich nach knapp drei Stunden von den böhmischen Nachbarn.

 

Bilder & Text: Staudacher Peter

 

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